Astrofotografie – So gelingen dir besonders eindrucksvolle Fotos

Was die Astrofotografie angeht, kann man geteilter Meinung sein. Die einen finden es nämlich total langweilig, kleine Lichter am dunklen Nachthimmel zu fotografieren. Andere lieben es, mithilfe eines Teleobjektivs auch tiefer in den Himmel einzutauchen und Objekte zu fotografieren, die dem bloßen Auge verborgen bleiben.

[alert style=“success“]Hinweis: Vielleicht hast du schon unseren Artikel zum Thema Milchstraße fotografieren gelesen oder auch die Beiträge über Mondfotografie oder die Fotografie des Sternenhimmels. Da diese Themen alle verwandt sind, überschneiden sie sich zwangsläufig und so kann es sein, dass du ein paar Tipps doppelt erhältst.[/alert]

Was bedeutet Astrofotografie?

Die Astrofotografie beinhaltet eigentlich alle nächtlichen Aufnahmen des Sternenhimmels. Egal, ob du Himmelskörper wie Planeten, Fixsterne, Meteoren oder Kometen fotografierst oder Aufnahmen der Milchstraße, Sternhaufen oder Nebel machst. Je nach Ausrüstung kannst du Sternbilder oder weit entfernte Galaxiehaufen fotografieren.

Tipps: Auch bei der Astrofotografie solltest du auf den goldenen Schnitt achten!

Welchen Herausforderungen stehst du dabei gegenüber?

Die Herausforderung dabei ist allerdings immer dieselbe: Diese Objekte sind sehr lichtschwach und bei der Lichtverschmutzung auf der Erde oft kaum sichtbar. Das nächste Problem ist die Erdrotation.
Während du einen bestimmten Planeten ins Visier nimmst, dreht sich die Erde weiter – oder aus deiner Perspektive gesehen, dreht sich der Himmel weiter und du erwischst ihn nicht. Oder du siehst auf dem Foto noch seine Spuren, die er auf seiner Bahn hinterlässt. Damit das bei den langen Belichtungszeiten nicht passiert, musst du eine motorisierte Nachführung verwenden.

Welche Mindestausrüstung ist bei der Astrofotografie erforderlich?

Wir gehen darauf gleich nochmal detaillierter ein, aber grundsätzlich kannst du entweder eine Kompaktkamera oder eine Spiegelreflexkamera verwenden. Sogar ein Smartphone kann gute Bilder ergeben.

Dabei solltest du jedoch auf jeden Fall auf ein Stativ zurückgreifen, damit du die Bilder während der langen Belichtungszeit nicht verwackelst. Noch bessere Bilder gelingen dir in jedem Fall bei der Astrofotografie mit einem Teleskop, welches du mit deiner Kamera verbindest. So kannst du auch weiter entfernte Objekte besser zoomen.

Dazu verwendest du am besten einen Fernauslöser, damit auch nichts verwackelt, wenn du den Auslöser drückst. Wenn du ein wenig mehr investieren willst, kannst du dir ein gutes Teleskop anschaffen und auch anstelle von Bildern eine Webcam oder Astrokamera einsetzen.

Zudem kannst du mit einer Stacking Software arbeiten. Dafür musst du allerdings etwas tiefer in die Tasche greifen. Und du musst ebenfalls berücksichtigen, dass du für jeden Anwendungsfall unterschiedliche Objektive einsetzen solltest, die das Beste aus der Aufnahme herausholen.

Was bedeutet Stacking in der Astrofotografie?

Das Stacking, also die Zusammenführung von vielen Einzelfotos zu einem Gesamtfoto, gibt es in der Fotografie grundsätzlich in zwei Varianten – allerdings ist die Anwendung im Bereich der Astrofotografie ein wenig anders.

Beim Fokus-Stacking machst du einzelne Aufnahmen mit unterschiedlichem Fokus und kombinierst sie später, um eine große Schärfentiefe zu erzeugen. Das brauchst du am häufigsten bei der Makrofotografie, aber nicht bei der Astrofotografie.

Beim Exposure-Stacking kombinierst du verschiedene Einzelaufnahmen, die du mit unterschiedlicher Belichtungszeit aufgenommen hast. Die Variante mit 3 solchen überlagerten oder zusammengeführten Aufnahmen nennt man heute HDR (High Definition Range), die heute nahezu jede Kamera beherrscht. Diese Variante kannst du schon eher in der Astrofotografie einsetzen.

Beispiel für Stacking:

Ein höchst beliebtes Objekt der Astrofotografie ist der spannende Orionnebel mit seinen feinen Nebelstrukturen. Wenn du ihn fotografieren willst und dabei Wert darauf legst, dass auch die feinsten Strukturen gut erkennbar sind, ohne dass du dabei das Nebelinnere völlig überbelichtest, dann brauchst du das Exposure Stacking!

Allerdings nennt man in der Astrofotografie auch häufig eine Bilderreihe von hundert und mehr Einzelbildern, die man zusammenführt, ebenfalls Stacking. Man könnte meinen, dass die Überlagerung von 100 identischen Fotos gar keinen Sinn macht, doch in Wirklichkeit können diese Bilder, auch wenn sie sich nur minimal unterscheiden, dabei behilflich sein, feine und schwache Details besser hervorzuheben.

Das Bildrauschen, das sich bei der Astrofotografie besonders störend bemerkbar macht, verteilt sich bei diesen Aufnahmen rein statistisch und ist daher von Aufnahme zu Aufnahme unterschiedlich. Durch die vielen Einzelaufnahmen und deren Überlagerung kann man daher die Helligkeit lichtschwacher Objekte gut hervorheben und gleichzeitig das Bildrauschen minimieren.

Astrofotografie ohne Nachführung

Verwischte spuren der Sterne bei 100% Zoom, mit einer Belichtungszeit von zwei Minuten
Verwischte Spuren der Sterne bei 100% Zoom, mit einer Belichtungszeit von zwei Minuten (Ohne Nachführung)

Die Astrofotografie ohne Nachführung ist eine Herausforderung, aber keineswegs unmöglich. Wenn man keine spezielle Nachführungsausrüstung besitzt, gibt es dennoch einige wichtige Punkte zu beachten, um beeindruckende Aufnahmen des Sternenhimmels zu erzielen. Zunächst einmal ist die Wahl des richtigen Ortes entscheidend. Ein Ort mit minimaler Lichtverschmutzung und klarem Himmel ermöglicht es der Kamera, die schwachen Lichter der Sterne besser aufzunehmen. Des Weiteren ist es wichtig, eine Kamera mit hoher Empfindlichkeit (geringes Rauschen bei hohen ISO-Werten) zu verwenden, um auch bei kurzen Belichtungszeiten möglichst viele Details einzufangen.

Um die passende Belichtungszeit für Sternenfotos zu ermitteln, gibt es zwei wichtige Regeln, die in der Welt der Astrofotografie von entscheidender Bedeutung sind. Die erste davon ist die sogenannte 500er Regel. Sie hilft Fotografen, Bewegungsunschärfe in ihren Aufnahmen zu verhindern. Diese Regel besagt, dass die maximale Belichtungszeit für eine Aufnahme des Sternenhimmels gleich 500 geteilt durch die Brennweite der verwendeten Linse sein sollte. Wenn zum Beispiel eine Linse mit einer Brennweite von 50 mm verwendet wird, sollte die Belichtungszeit nicht länger als 10 Sekunden sein (500 / 50 = 10). Diese Regel ist besonders wichtig, um zu verhindern, dass die Sterne während der Belichtung aufgrund der Erddrehung verschwommen erscheinen.

Dieses Bild wurde mithilfe der 500er Regel (500 / 16 = 31,25) erstellt, Die Sterne wirken alle Scharf im Gesamtbild [Sony Alpha 7II + 16mm F2.8, 30s, F2.8, ISO160; ohne Nachführung]
Wenn ihr das Bild auf 100% betrachtet seht ihr jedoch sofort die Bewegung der Sterne

Die zweite wichtige Regel in der Astrofotografie ist die NPF-Regel, benannt nach den Anfangsbuchstaben von „Nodalpunkt“ (N), „Pixel“ (P) und „Framegröße“ (F). Diese Regel hilft Fotografen, die optimale Schärfeebene für ihre Aufnahmen zu finden. Indem Fotografen den Nodalpunkt ihrer Kamera, die Pixelgröße ihres Bildsensors und die Größe eines Einzelbildes kennen, können sie die beste Einstellung für die Schärfe ihrer Aufnahmen ermitteln. Durch die präzise Anwendung dieser Regel können Fotografen klare und detaillierte Bilder des Sternenhimmels einfangen und so die faszinierende Schönheit des Universums in beeindruckender Weise festhalten. Die Berechnung der Belichtungszeit nach der NPF-Regel ist zwar komplexer zu berechnen als bei der 500er Regel, kann jedoch mithilfe von Apps wie PhotoPills einfach bestimmt werden.

Dieses Bild wurde mithilfe der NPF Regel aufgenommen [Sony Alpha 7R3 + Sony 12-24mm F2.8 GM, 6s, F2.8, ISO 3200, 12mm; ohne Nachführung]
Das selbe Bild bei 100% Zoom, die Sterne sind alle gestochen Scharf und nicht verwischt

Geduld und Experimentierfreude sind Schlüsselwörter bei der Astrofotografie ohne Nachführung. Es erfordert Zeit und viele Versuche, um die richtigen Einstellungen und Techniken zu finden, die für die spezifischen Bedingungen und die gewünschten Ergebnisse am besten geeignet sind. Trotz der Herausforderungen kann diese Form der Astrofotografie faszinierende und beeindruckende Bilder des Sternenhimmels hervorbringen, die die Schönheit des Universums auf einzigartige Weise einfangen.

Sternenspuren-Aufnahmen

Das Erstellen von Sternenspuren-Aufnahmen teilt einige Gemeinsamkeiten mit der Astrofotografie ohne Nachführung, da beide Techniken sich mit den Herausforderungen der Langzeitbelichtung und der Erfassung schwacher Lichtquellen auseinandersetzen. Der einzige Unterschied besteht darin, dass jegliche Sternenbewegungen gewollt sind, und somit auch längere Belichtungszeiten. Bei der Sternenspuren-Fotografie ist ein stabiles Stativ von größter Bedeutung, um jegliche Kamerabewegungen zu verhindern, ähnlich wie bei der Astrofotografie ohne Nachführung. Auch hier spielt der Standort eine entscheidende Rolle, denn minimale Lichtverschmutzung und ein klarer Himmel bieten optimale Bedingungen für diese Art der Aufnahme. Eine hohe ISO-Empfindlichkeit und eine große Blendenöffnung sind ebenfalls wichtig, um ausreichend Licht einzufangen und klare Spuren der Sterne zu erzeugen.

Beim Erstellen von Sternenspuren-Aufnahmen ist es hilfreich, verschiedene Belichtungszeiten zu experimentieren, um unterschiedliche Effekte zu erzielen. Die Wahl der richtigen Brennweite und die sorgfältige Fokussierung der Kamera tragen dazu bei, klare und beeindruckende Spuren zu erfassen. Ähnlich wie bei der Astrofotografie ohne Nachführung erfordert auch diese Technik Geduld und Hingabe, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Doch der Aufwand zahlt sich aus, wenn das endgültige Bild die majestätische Bewegung der Sterne über den nächtlichen Himmel in einer einzigen, faszinierenden Aufnahme einfängt.

Um Sternenspuren-Aufnahmen zu erstellen, macht man in kurzen Abständen mehrere Bilder mit langen Belichtungszeiten. Diese Aufnahmen sollten alle denselben Weißabgleich und dieselben Kameraeinstellungen haben. Anschließend können diese Bilder mit der kostenlosen Software „Startrails“ kombiniert werden, um ein Ergebnis wie dieses zu erzielen:

Zusammengefügtes Ergebnis aus 16 Bildern mit je zwei Minuten Belichtungszeit, zwischen jedem Bild sind zwei Sekunden vergangen

Astrofotografie mit Nachführung

Kommen wir jetzt zur Bewältigung der beiden Herausforderungen. Du benötigst eine lange Belichtungsdauer, um die lichtschwachen Objekte einzufangen, musst aber dabei dagegen kämpfen, dadurch Strichspuraufnahmen zu erhalten, die die Erde sich ja dreht, während du fotografierst. Außer natürlich, du möchtest diese absichtlich erzielen, was ein beliebter künstlerischer Effekt ist.

Stacking Software und Bildbearbeitung bei der Astrofotografie

Gerade um das eben beschriebene Stacking überhaupt durchführen zu können, benötigst du unbedingt eine gute Astrofotografie Software, die dir dabei hilft, das Beste aus deinen Aufnahmen herauszuholen. Aber auch zur grundsätzlichen Bildbearbeitung solltest du auf gute Software zurückgreifen. In diesem Bereich gibt es einige hervorragende Programme, die du dir je nach Bedarf und Budget anschaffen solltest.

Für den Anfang genügen auch viele der freien Softwareprogramme, die du im Internet findest. Hier gibt es immer wieder kostenlose Möglichkeiten, die du downloaden kannst. Allerdings ist dabei Vorsicht geboten – nicht alles, was gratis verfügbar ist, taugt auch etwas und manche Programme sorgen vielleicht noch für einen Computerabsturz, weil sie irgendwie dann doch nicht kompatibel sind.

Zur reinen Betrachtung genügt beispielsweise das bekannte IrfanView und zum Stacken kannst du dich mal mit FitsWork beschäftigen. Auch AviStack und Giotto sind beliebt und gut. Weitere Software benötigst du für die Steuerung deines Teleskops oder deiner Webcam. Und auch für die Bahnberechnung der von dir anvisierten Objekte empfiehlt sich eine automatische Berechnung wie sie beispielsweise Find Orb bietet.

Alles rund um die Nachführung

Die Nachführung ist eine der Herausforderungen, denen du dich bei der Astrofotografie stellen musst. Daher sollten wir uns diesen Punkt jetzt nochmal genau anschauen. Was ist das und wie funktioniert sie?

Was hat die Nachführung mit der Belichtung zu tun?

Um es nochmals klar hervorzuheben: die lange Belichtung ist notwendig, weil du nur so den Sternenhimmel oder einen ganz schwachen Nebel und natürlich die Milchstraße auf dein Foto bannen kannst. Ewig belichten geht natürlich auch nicht, denn da sich die Erde währenddessen weiterdreht und die Sterne wandern, zeigt sich dieses wandernde Licht auf dem Bild durch kleine Striche anstelle der erwarteten punktförmigen Sterne.

Schon ab einer Belichtungszeit von ungefähr drei Minuten musst du mit diesem unschönen Effekt rechnen. Bei einer längeren Belichtungsdauer ist er natürlich umso stärker ausgeprägt. Falls du genau diesen Effekt hervorheben möchtest, dann musst du die Astrofotografie ohne Nachführung betreiben. Diese Nachführung nennt man auch „Guiding“.

Beispiel: Plejaden oder Orion

Gerade dann, wenn du beispielsweise spektakuläre Aufnahmen von den Plejaden machen willst oder auch vom Orion, brauchst du mindestens ein 100 mm-Objektiv, besser ist aber ein 200 mm oder 400 mm-Objektiv. Und dann solltest du möglichst weniger als 3 Sekunden lang belichten, wobei du allerdings kaum das benötigte Licht einfangen kannst.

Bezeichnungen der Nachführungen

An dieser Stelle kommst jetzt die Nachführung zum Einsatz. Genaugenommen heißt sie „astronomische Nachführung“ oder auch Astromontierung. Manche bezeichnen sie als Astrotracker oder Sky-Tracker. Die besten und teuersten Geräte findest du in den renommierten und großen Sternwarten. Als Amateur- oder Hobbyfotograf findest du zwar kleine und qualitativ äußerst hochwertige Varianten, für die du aber entsprechend tief in die Tasche greifen musst.

Wie funktioniert diese Nachführung?

Wie du weißt, dreht sich die Erde innerhalb eines Tages beziehungsweise innerhalb von 24 Stunden um ihre Achse und zwar entgegen des Uhrzeigersinns von West nach Ost. Diese Nachführung dreht ganz einfach deine Kamera mit den Sternen (oder Mond und Sonne) mit. Und zwar mit derselben Geschwindigkeit, in der sich die Sterne bewegen und in die entgegengesetzte Richtung. Sie wandert also von Ost nach West. Dadurch heben sich die Drehungen der Kamera und die der Himmelskörper auf.

Daher kannst du sie nicht nur wenige Sekunden, sondern mehrere Minuten lang belichten und sie bleiben dennoch scharf abgegrenzt und verziehen sich nicht zu Strichen. Die Nachführung brauchst du auch für Fotos der Milchstraße und der beliebten Nebel.

Wie lange kannst du nun belichten?

Wie lange du jedes Objekt belichten kannst oder musst, hängt von verschiedenen Faktoren ab, beispielsweise von der Art und der Qualität deiner Nachführung. Und natürlich von der Exaktheit, mit der du sie an der Erdachse ausgerichtet hast. Wenn alles richtig eingestellt ist, erhältst du sehr leuchtkräftige und detailreiche Bilder, auf denen auch lichtschwache Objekt gut sichtbar sind. Diese Ausrichtung an der Drehachse ist ein wenig komplizierter, aber wenn das geklappt hat, ist der Rest ein Kinderspiel.

Die Ausrichtung an der Erdachse

Praktischerweise bietet es sich an, sich bei der Ausrichtung des Gerätes am Polarstern (Polaris) zu orientieren. Denn dieser liegt fast genau auf der Drehachse der Erde. Leider ist er nur für die Bestimmung des Himmelsnordpols hilfreich und ein entsprechender hilfreicher Stern fehlt auf der Südhalbkugel. Die Einstellung der Nachführung ist deshalb dort entsprechend komplizierter.

Grundsätzlich kommt es darauf an, dass sich die Astromontierung mit der Erdachse mit dreht, was wiederum bedeutet, dass du dafür sorgen musst, dass die Erdachse genau durch die Mitte der Achse läuft, die deine Kamera auf der Montierung sitzen hat. Leider dauert die Einrichtung mehrere Stunden oder sogar Tage und erlaubt es dir nicht, deine Kamera samt Nachführung auf Ausflüge mitzunehmen. Außer, du möchtest tagelang am Zielort campieren, bis die Einstellungen fertig sind.

Alternativen für unterwegs

Glücklicherweise ist es jedoch nicht unmöglich, auch auf Wanderungen oder im Urlaub solche Aufnahmen zu machen, da es Alternativen gibt, die eine schnelle Justierung und Ausrichtung ermöglichen. Dabei handelt es sich um kleine Geräte, ungefähr von der Größe einer Kompaktkamera, bei denen du durch ein kleines Loch oder den Polsucher schauen kannst, um sie am Polarstern auszurichten.

Anstatt mehrere Stunden oder Tage dauert dieser Vorgang nur wenige Minuten, dann ist die Nachführung einsatzbereit. Wie genau du dabei vorgehen musst, hängt unter anderem von deiner Brennweite beziehungsweise deiner Linse ab. Denn Weitwinkel-Linsen und Brennweiten von 85 mm benötigen nur eine grobe Einordnung, während du bei langen Brennweiten von 200 mm oder mehr viel sorgfältiger vorgehen musst.

Beispiele

Beispiele dafür sind: Vixen Polaire (klein und praktisch), der Skywatcher Star Adventurer (sehr schwer, aber präzise) oder der Omegon Minitrack LX2, der Kleinste und Leichteste im Bunde und sogar geeignet für Deep-Sky-Aufnahmen. Selbstverständlich gibt es noch weit mehr geeignete Astrotracker, aus denen du dir denjenigen aussuchen solltest, der am besten zu deinen fotografischen Wünschen und Bedürfnissen passt.

Kameraempfehlung für die Astrofotografie

Gibt es denn nun eine richtige oder falsche Kamera für die Astrofotografie? Wir haben ja schon weiter oben angedeutet, dass du mehrere Auswahlmöglichkeiten dafür hast. Daher kannst du eigentlich jede Kamera für Astrofotografie verwenden und sogar dein Smartphone dafür einsetzen. Weit bessere Ergebnisse kannst du aber erzielen wenn du die Astrofotografie mit deiner DSLR oder DSLM betreibst. Denn mit der Spiegelreflexkamera oder Systemkamera hast du einfach viel mehr Möglichkeiten.

Dazu kommt natürlich noch die Unterscheidung, ob du einfach damit auf den Himmel zielst oder zusätzlich ein Teleskop zur Astrofotografie verwendest. Was du außerdem berücksichtigen musst, ist: Welches Objekt möchtest du überhaupt aufnehmen? Denn jede Kamera ist für ein anderes Himmelsobjekt geeignet.

Welche Kamera ist für welches Objekt am besten geeignet?

Natürlich wirst du dir jetzt nicht mehrere Kameras kaufen, damit du einmal den Adlernebel und einmal den Mond aufnehmen kannst. Außer natürlich, dein Budget erlaubt dir diese Möglichkeit. Besser ist es, wenn du dich vorab ungefähr festlegst, welche Objekte es dir besonders angetan haben. Dann kannst du dich nämlich auf diese Kamera konzentrieren. Folgende Optionen stehen dir zur Verfügung:

Webcam

Für helle Planeten (das sind beispielsweise Mars, Venus, Jupiter und Saturn) ist eine Webcam hervorragend geeignet. Gerade für Anfänger der Astrofotografie reicht eine preisgünstige Kamera aus, um ein vernünftiges Modell zu ergattern, das gute Bilder schießt. Selbstverständlich sind preislich nach oben keine Grenzen gesetzt.

Mit Webcams kannst du außerdem die Sonne und den Mond fotografieren, aber bitte Sonnenaufnahmen immer nur mit Spezialfilter machen!!! Der Nachteil dabei ist leider, dass du mit dem kleinen Chip der Webcam immer nur einen Teil des Himmelskörpers auf dem Bild festhalten kannst.

Digitalkamera

Aufgrund des gerade angesprochenen kleinen Bildausschnitts empfiehlt es sich, bei Sonne- und Mondaufnahmen immer die Digitalkamera zu verwenden. Diese musst du allerdings mithilfe eines Adapters hinter dem Okular des Teleskops platzieren. Das ist aber kein großes Problem, es gibt für jede Kamera den richtigen Adapter. Gerade die Digitalen Spiegelreflexkameras von Canon (aus der EOS-Reihe) sind super für die ersten Versuche.

Auch Robert benutzt sie immer noch gerne – obwohl er mittlerweile ein großes Sammelsurium an anderen Ausstattungen hat. Der große Vorteil dabei ist nämlich das ideale Signal-zu-Rauschverhältnis aufgrund dessen optimale langbelichtete Aufnahmen von schwach sichtbaren Sternhaufen gelingen. Oder von Nebelobjekten, die einen ganz eigenen Reiz ausüben.

DMK-/DFK-Kamera

Alternativ dazu kannst du auch eine DMK-Kamera von Imaging-Source verwenden. Dabei handelt es sich um eine robuste und dennoch preiswerte Kamera, die ganz besonders lichtempfindlich ist und qualitativ hochwertige Bilder liefert. DMK-Kameras sind monochromatische Kameras ohne Filter. Denn im Gegensatz zu diesen Kameras besitzen die vorher empfohlenen Webcams eine Farbfiltermaske, welche die Lichtempfindlichkeit reduziert. Zudem sorgt die interne Kompression der Webcams für Verluste. Mit der DKM-Kamera kannst du über USB rund 30 Bilder pro Sekunde ohne Verlust übertragen.
Es gibt auch eine DFK-Kamera, die baugleich zur DMK-Kamera ist. In einem Artikel auf dieser Webseite erklären wir dir, wie zudem ob deine Kamera über einen UV-Filter verfügen sollte.

Dabei handelt es sich um eine Farbkamera mit zusätzlichem Infrarotfilter. Der SW-Chip der DMK-Kamera hat jedoch im Vergleich die höhere Empfindlichkeit und eine bessere Auflösung. Farbige Bilder sind etwas aufwendiger, bei einigen Objekten aber durchaus die Mühe wert. Dazu brauchst du dann einen Farbfilter und ein Filterrad an der Kamera.Aufgrund des eingebauten CMOS Chips komprimieren diese Kameras die Bildsignale nicht, sondern übertragen diese direkt auf den Computer. Durch die fehlenden elektronischen und Infrarotfilter ergeben sich dadurch realistische und wirklichkeitsnahe Bilder der fotografierten Objekte.

CCD-Kamera

Das absolute Highlight bei der Astrofotografie ist der Einsatz einer gekühlten CCD-Kamera. Gerade bei Langzeitbelichtungen ist eine solche Kamera ungeschlagen. Für eine solche Kamera musst du aufgrund der modernen und aufwendigen Technik allerdings wirklich tief in die Tasche greifen. Als Anfänger wirst du sicherlich nicht damit einsteigen wollen. Bekannte Hersteller dieser Spitzenkameras sind beispielsweise Apogee oder Starlight-Xpress.

Beispiele

Robert hat sich eine Starlight Xpress TRIUS SX-36 S/W CCD Kamera geleistet, für die du aber knapp 6.000 Euro hinblättern musst. Diese leistungsfähige Kamera mit 16 Megapixel hat einen eingebauten Kodak-Chip mit geringem Rauschen und hervorragender Quanteneffizienz. Durch das umfangreiche Zubehör und den reduzierten Kabelsalat aufgrund der verbesserten Technik ist die Kamera ein echtes Lieblingsstück. Zudem erlauben der neue Peltier Kühler und die mit Argon gefüllte CCD Kammer eine noch stärkere Sensorkühlung.

Etwas günstiger kam Olaf beim Kauf seiner Altair Hypercam 269C PRO TEC COOLED Color CMOS Astrokamera weg, die knapp unter 2.000 Euro gekostet hat. Sie verfügt ebenfalls über die Peltier Kühlung (bis 45°C unter Umgebungstemperatur) und besitzt einen SONY Color-Sensor. Mit ihrer Auflösung von rund 21 Millionen Pixeln ist sie eine der größten Kameras, die es aktuell am Markt gibt. Sie punktet ebenfalls mit einem geringen Ausleserauschen und Verstärkerglühen und überträgt die Daten mit einer USB2 und USB3-Schnittstelle an den PC.

Zudem gibt es zur Kamera eine Benutzerlizenz für SharpCap PRO, das viele spannenden Features für die Astrofotografie beinhaltet. Besonders begeistert ist Olaf dabei von der softwaregestützten Polausrichtung, die nicht nur sehr genau ist sondern auch sehr schnell geht und somit viel Zeit spart.
Wenn es nach Olaf geht, ist eine CCD Kamera aus der Astrofotografie nicht wegzudenken! Allerdings ist die Anschaffung sehr teuer und der Betriebsaufwand ziemlich groß. Eine Alternative dazu wäre eine hochempfindliche Videoüberwachungskamera, mit der du ebenfalls gute Ergebnisse erzielen kannst.

Astrofotografie für Anfänger – alle wichtigen Tipps in der Zusammenfassung

Die Astrofotografie bezieht sich auf die gesamte Fotografie des Himmels und seiner Objekte. Je nach Objekt (und seiner Lichtschwäche) musst du allerdings spezielle Punkte berücksichtigen. Lichtschwache und weit entfernte Objekte musst du natürlich mit anderen Einstellungen fotografieren als beispielsweise die Sonnen (immer nur mit Spezialfilter!).

Fange erst einmal mit einfacheren Fotos an. So beispielsweise mit dem Fotografieren eines Sonnenunterganges.

Daher geben wir dir in diesem Artikel viele grundsätzlich wichtige Hintergründe an die Hand, die dir auf jeden Fall weiterhelfen, egal, für welches Gebiet du dich später entscheidest. Es gibt Fotografen, die sich beispielsweise auf den Mond konzentrieren, andere möchten speziell die Nebel fotografieren … Schauen wir uns also nochmal alle wichtigen Punkte in einer Art Tutorial an:

Die verschiedenen Arten der Astrofotografie

Wie in der Einleitung erwähnt, kannst du dich auf ein spezielles Gebiet konzentrieren oder natürlich immer genau das fotografieren, wonach dir gerade zumute ist. Bei einer Konzentration auf eine spezielle Art der Fotografie kannst du allerdings deine Ausrüstung viel besser zusammenstellen und anpassen.

Möglichkeiten sind:

  • Panorama-Astrofotografie zur Aufnahme des Nachthimmels mit einem Weitwinkel-Objektiv vor der Kamera. Diese kannst du zur Astrovideofotografie ausweiten.
  • Sonnensystem-Fotografie zur Aufnahme einiger Planten und Monde mit der passenden Ausrüstung.
  • Deep-Sky-Fotografie zur Aufnahme weit entfernter Objekte mit der Hilfe eines Teleskops, das mit der Kamera verbunden ist. Hierzu ist eine ausgezeichnete Ausrüstung erforderlich und du benötigst die entsprechenden Kenntnisse, um die gewünschten Objekte überhaupt erfolgreich lokalisieren zu können.
  • Sternenspuren-Aufnahmen zur Aufnahme der Bewegung der Erde, anhand der Spuren der Sterne, welche bei längeren Belichtungszeiten sichtbar werden.

Noch ein paar Worte zur Ausrüstung

Einfache Aufnahmen kannst du bereits mit preiswerten Kameras machen, wir empfehlen daher mindestens den Einsatz einer guten Spiegelreflexkamera mit passendem Weitwinkel-Objektiv und ein robustes, standfestes Stativ. Auf keinen Fall solltest du ein leichtes Reisestativ verwenden, denn nur wenn das Stativ wirklich standsicher ist und nicht wackelt, während du mit der Kamera den Sternen folgst, bekommst du gute Bilder!

Denk auch daran, dass du die Fotos sehr lange belichtest und daher darf sich die Kamera währenddessen auf keinen Fall bewegen und auch beim Auslösen nicht verwackeln, sonst bekommst du verwischte Aufnahmen. Daher empfehlen wir unbedingt die Verwendung eines Fernauslösers in Verbindung mit einem Stativ, weil du damit einfach am effektivsten arbeiten kannst. Für Zeitraffer-Aufnahmen solltest du einen Intervall-Timer besitzen. Darüber hinaus steht dir eine schier unerschöpfliche Fülle von Zubehör zur Verfügung, mit dem du die Ausrüstung nach Herzenslust erweitern kannst.

Beim Objektiv solltest du mit einer Blendenzahl unter F2,8 starten. Denn bei einer kleinen Blendenzahl ist die Blendenöffnung größer und das Objektiv ist viel lichtstärker. Und genau das benötigst du unbedingt bei der Astrofotografie. Diese Objektive haben allerdings ihren Preis.

Motivsuche und Standort bei der Astrofotografie

Du solltest natürlich vorab wissen, was du fotografieren willst und wo du es findest. Nur dann kannst du auch die Kamera richtig ausrichten. Dazu gibt es hilfreiche Sternkarten, die du sowohl in Büchern als auch im Internet oder in Apps für dein Smartphone findest. Kniffliger ist die Wahl des richtigen Standortes, denn du solltest einen Platz wählen, an dem es schön dunkel ist, damit kein anderes Licht als das der Sterne in die Kamera einfallen und die Aufnahmen stören kann.

Andererseits wirst du deine komplette teure Ausrüstung nicht durch die Gegend tragen und stundenlang alles auf einen Ort ausrichten und dann abwarten, bis es dunkel ist. Die meisten Fotografen wählen dafür einen Balkon, ihre Terrasse, den Garten oder eine ähnliche Stelle, von der aus sie regelmäßig ihre Lieblingsmotive knipsen.

Die hyperfokale Entfernung richtig berechnen

Da du alle automatischen Einstellungen samt Autofokus deaktivieren musst, solltest du wissen, wie du die richtige (hyperfokale) Entfernung zu deinem Wunschobjekt berechnest, damit du ein vernünftiges Bild bekommst. Darunter versteht man die Entfernung zu einem Objekt im Vordergrund (also deinem Ziel, beispielsweise dem Mond), ab dem alle anderen Objekte bis zu einer unendlichen Entfernung hin scharf sind.

Diese Entfernung lässt sich entweder physikalisch berechnen anhand der Brennweite (f), Blendenzahl (k) und des Zerstreuungskreisdurchmessers (Z), aber einfacher ist es, wenn du dir online eine geeignete Tabelle suchst, in der du die Standardangaben für Brennweite, Blende und Distanz ablesen kannst.

Wichtige Kameraeinstellungen

Wie erwähnt, kannst du nicht mit Autofokus oder anderen automatischen Einstellungen arbeiten, sondern musst alles manuell machen. Dabei kommt es vor allem auf die Belichtung, die Belichtungszeit, die richtige Blendeneinstellung und einen guten Sensor an. Du musst einen hohen ISO-Wert einstellen und die Belichtungszeit am besten mithilfe der 500er-Regel berechnen. Das bedeutet bei Kompaktkameras, dass du die Zahl 500 durch die Brennweite deines Objektivs teilst, um die korrekte Belichtungszeit zu erhalten. Diese Regel funktioniert aber nur bei Kameras mit Vollformat-Sensor.

Einige Fotografen benutzen hier auch die 600er-Regel, das ist Geschmackssache. Am besten machst du ein paar Probeaufnahmen, um herauszufinden, welche Regel für dich am besten funktioniert beziehungsweise die gewünschten Ergebnisse bringt.

Bezüglich der Blende bleibt zu sagen, dass diese Einstellung auch vom Zweck der Fotografie abhängt. Bei einer Panoramaaufnahmen brauchst du eine möglichst weit geöffnete Blende zwischen F2,8 und F4,0. Bei hellen Objekten wie dem Mond solltest du lieber eine kleinere Blende wählen, damit du die Lichtmenge des doch sehr hellen Mondes entsprechend regulieren kannst.

FAZIT

Die Astrofotografie ist ein sehr spannendes Feld, das viele Unterarten besitzt. Daher konnten wir dir in diesem Artikel auch nur die die grundsätzlichen Punkte erklären und nicht auf einzelne Schwerpunkte wie beispielsweise die Fotografie des Orionnebels oder eines bestimmten Planeten eingehen.

Zudem kommt es darauf an, ob du wirklichkeitsgetreue Fotos der Planeten machen möchtest oder stattdessen kreative Startrails in überirdischen abgehobenen Farben mit Special Effects paaren möchtest. Hier stehen die nämlich alle Möglichkeiten offen!

Weitere Anregungen zu diesen Themen findest du daher in unserem Artikel zur Mondfotografie, der Fotografie des Sternenhimmels und der Milchstraße. Vielleicht spezialisierst du dich aber auf etwas ganz anderes? Wir wünschen dir auf jeden Fall sehr viel Spaß bei deinen ersten Versuchen!

Über Olaf 50 Artikel
Olaf fotografiert am liebsten Essen. Seine kreative Ader begann schon 1985 mit der Musikproduktion. Das professionelle Musikstudio wurde über die Jahre mit Möglichkeiten zur Bildbearbeitung und Videoproduktion erweitert. Die Inhalte für die YouTube Kanäle, die Social Media Profile und die Webseiten produziert Olaf weitgehend selber und kennt sich somit seit vielen Jahren mit dem professionellen Einsatz von Foto- und Videoausrüstung aus.

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